Ein neuer Wald für das Sauerland

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Vorab ein paar Worte ...

Mein Anliegen hier ist nicht den Menschen vorzuschreiben, wie sie handeln sollen. Ebenso wenig möchte ich mich hier in den Vordergrund stellen und mich profilieren.

Ich möchte hier Informationen weiter tragen, die wichtig für Waldbauern, aber auch wissenswert für alle anderen Menschen sind.


 

 

An dieser Stelle hatte ich vor Jahren einen Link von Forst-NRW aufgeführt, der auf ein PDF der Arbeitsgruppe „Wiederbewaldung" nach Kyrill verwies, in dem Vorschläge zur Wiederbewaldung beschrieben werden.
Diese Vorschläge sind ein sehr guter Ansatz, aber bei weiteren Recherchen über den Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ökologie und Ökonomie, habe ich erfahren können, daß die Wiederbewaldung mit Mischwald nicht die allerbeste Lösung ist.
Denn die Fichte, die sehr gerne in den Mittelgebirgen angebaut wird, ist für die tieferen Lagen, unter 750 müNN nicht geeignet, und unter dieser Höhenmarke liegen weite Bereiche des Sauerlandes. Ein naturnaher Laub- oder Buchenwald (je nach Standort) ist daher am ehesten anzustreben. Ebenso solle die Ökonomie nicht an erster Stelle stehen.

 

Denn der Wald ist nicht nur ein lebloser Holzlieferant, sondern ein Lebensraum für viele Arten von Lebewesen (nicht nur den materiellen), Erholungsort für den Menschen und ganz besonders wichtig für unser Klima hier auf der Erde.

Auch 5 Jahre nach Kyrill sind die Schäden im Wald immer noch deutlich sichtbar. Dazu NRW-Umweltminister Remmel: "Wir müssen unseren Wald auf den Klimawandel vorbereiten. Kyrill hat gezeigt, wo die Grenzen des Waldbaus liegen und die Chance gegeben, große Waldflächen wieder neu zu strukturieren und auf die Zukunft vorzubereiten."

Laut Landesbetrieb Wald und Holz NRW, dient der NRW-Staatswald als Modellbetrieb für die Zukunft. Hier werden Anpassungsstrategien erprobt, und der Umbau zu einem nachhaltigen Mischwald mit starkem Laubholzanteil hat begonnen. Als Beleg für die Strategie der nachhaltigen Bewirtschaftung wurde der Landesbetrieb Wald und Holz NRW im September 2011 erneut mit dem FSC-Siegel zertifiziert. „Das Siegel dokumentiert unseren Vorbildcharakter in punkto Ökologie, Ökonomie und Soziales bei der Bewirtschaftung unserer Wälder. Unsere Wälder haben nur dann eine Zukunft, wenn wir in unserem Handeln stets alle drei Aspekte berücksichtigen“, erläuterte Remmel. „Verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung ist aktiver Klima- und Umweltschutz bei gleichzeitiger Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz.“

Das ist ja mal ein großer Schritt in die richtige Richtung. Allerdings drängt sich mir der Eindruck auf, dass der Umbau in Laubwälder einigen Forstbetrieben und Waldbauern als Deckmantel dient, so viel Holz wie möglich aus dem Wald zu holen. Die Umweltverbände haben außerdem diverse Kriterien am Nadelholzanteil der im Zuge der Aufforstung in Mischwald wieder angepflanzt werden soll, besonders wenn es keine einheimischen Arten sind.

Leider wird der Wald von der Bundesregierung zum Rohstofflieferanten abgestuft.

Außerdem sind auf vielen Kyrillflächen konventionelle Weihnachtsbaummonokulturen entstanden. Möglich ist das, da die Weihnachtsbaumkulturen der Gesetzeslage nach als Wald eingestuft werden und das Landesforstgesetz in diesem Bereich erhebliche Lücken aufweist.
Diese konventionellen Weihnachtsbaumplantagen gehen einher mit exzessiver Nutzung von Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden. Viele dieser Mittel sind extrem Umwelt- und Gesundheitsschädlich. Besonders der Inhaltsstoff Glyphhosat, der in dem am häufigsten angewendeten Mittel "Round-Up", enthalten ist. Eine Studie vom NABU bestätigt die Befürchtungen, daß Glyphosat im Verdacht steht, krebserregend, fruchtschädigend und gewässertoxisch zu sein.

 

 

An dieser Stelle sollten die Begriffe "Wald" und "Forst" näher erläutert werden:
Ein Wald ist ein natürlich gewachsenes Ökosystem welches durch ein Gleichgewicht und ineinandergreifen von Wachstum und natürliche Sterbeprozesse der standortentsprechenden Bäume, vielen anderen Pflanzen, Tieren und Miroorganismen gebildet wird.

Forst ist eine Monokultur von einer Baumart, meistens Fichte. Solche Monokulturen sind extrem Artenarm und bilden kein Ökosystem im Sinne von Wald.

Diese Monokulturen sind nicht ökologisch und auch nicht zeitgemäß im Sinne des Klimawandels.

Hier sollte ein Umdenken stattfinden, denn Kyrill hat gezeigt, daß die Forstindustrie und leider auch noch einige private Waldbauern und Kommunen hier immer noch auf dem Holzweg sind.

Weitere Informationen über den Wald findest Du auf folgendem Link: BUND-Freunde der Erde (Bund für Umwelt und Naturschutz). Die Forderungen und Ansichten dort sind mit den meinen im weitesten Sinne identisch.

BUND-Presseinfo (13.01.2012): 5 Jahre nach Kyrill - Chance für den Wald nur halbherzig genutzt

 

 

 

Weitere Informationen über den Wald:

 

 

Ohne AKWs und ohne Kohle als Energielieferant. Ohne Holz zum Heizen. Wie soll das gehen?

Auf diese Frage kann ich hier an dieser Stelle nur mit ein paar Worten antworten, da es sonst den Rahmen dieser HP und meiner freien Zeit sprengen würde.

 

 

Ich möchte gerne ein Buch empfehlen, welches genau dieses Thema aufgreift und Verbesserungsvorschläge viel besser schildern kann, wie ich hier auf meiner HP.

"Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt"
Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte
Eine Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie
herausgegeben von Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst und dem BUND - Freunde der Erde
ISBN 978-3-596-17892-6

 

Die Globalisierung kann keiner aufhalten. Die Völker wachsen immer näher aneinander und ineinander. Wir können unserere Tratitionen wahren und mit Respekt vor anderen Traditionen und Überzeugungen miteinander leben und auch voneinander lernen. Wir teilen uns alle das Boot welches sich Erde nennt.

Wir stehen heute an einem Punkt, an dem eine grundsätzliche Veränderung in vielen Bereichen notwendig ist. Die Industrie darf nicht der alleinige Gewinner dieser Globalisierung sein.
Daher kann ich das Buch sehr empfehlen, denn hier werden sehr gute Lösungsvorschläge gegeben wie jeder Einzelne seinen Beitrag dazu leisten kann.

 

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